Besoffene-Party-Fotos

Wenn es erstmal von allen Besoffene-Party-Fotos im Netz gibt, dann spielen Besoffene-Party-Fotos auch keine Rolle mehr…

“Puritanism is often defined as the haunting fear that someone, somewhere, may be happy”
Quelle

Irgendwann wird irgendjemand, von dem es ziemlich viele Besoffene-Party-Fotos gibt (weil er oft und heftig auf vielen Partys trank), sich auf eine – natürlich virtuelle – Seifenkiste stellen und Saufen im allgemeinen und Partys im besonderen für sündhaft unethisch und verwerflich erklären (nennen wir ihn Augustinus). Er wird viele Anhänger finden, die entweder, wie er, aus einem Kater heraus versoffene Partys nunmehr ablehnen, oder sie schon immer hassten, weil sie nie auf welche eingeladen worden waren. Da jetzt auch noch – wahlweise – eine Wirtschaftskrise, eine Naturkatastrophe oder eine Boulevardzeitung dazutritt, bekommt Augustinus die moralische Vorherrschaft und es beginnt die Überzeugungarbeit an, die Bedrängnis von und zuletzt die Verfolgung aller jener, von denen es Besoffene-Party-Fotos im Netz gibt und die sich nicht Augustinus’ neuer Ordung unterordnen mögen. Früher war so was etwas schwieriger, weil man ja nicht überall, jederzeit und für jeden die beweiskräftige Dokumentation für ein vorher akzeptiertes, aber nunmehr verwerfliches Verhalten abrufen konnte. Jetzt schon. Dumm.

E-Book Reader: Cybook Opus

Seit einigen Wochen nenne ich ein Cybook Opus von Bookeen mein eigen und habe mich inzwischen durch einige Romane von Jules Verne, Frederick Marryat und Mark Twain gelesen. Insgesamt komme ich als Leseratte zu dem Ergebnis, dass ein echtes Papierbuch zwar der höchste aller Genüsse bleibt – ein, wie das Cybook Opus, gut gemachtes E-Book Lesegerät aber eine mehr als akzeptable Alternative ist, wenn es z.B. um Lesestoff geht, der als Buch nur schwer oder gar nicht mehr zu bekommen ist.

Positiv: Das Gerät ist angenehm klein, das Bildschirm aber groß genug. Der Kontrast ist, wie bei electronic ink nicht anders zu erwarten, hervorragend und lässt Lesen auch bei nicht ganz so optimalen Umgebungslicht zu. Das Umblättern geht schnell genug, an das kurze Invertieren gewöhnt man sich. Das Gerät ist auf Lesen optimiert und kann (ausser Bilder anzeigen) nichts. Kein Schnickschnack. Der Akku hält dementsprechend ewig: Nach 6 Stunden Lesen steht die Ladeanzeige bei 99%. Bei 900MB freiem Speicher passt mehr drauf, als man selbst bei einem halbjährigen Sabbatical bewältigen kann.

Negativ: Der Rahmen des Bildschirms wirft, je nachdem wo die Lampe steht, einen schmalen Schatten auf den Bildschirm (man kann das aber beim Formatieren der E-Books berücksichtigen und einen margin von 0.2em definieren). Das Einschalten dauert 17 Sekunden (also eine gefühlte Ewigkeit). Nach dem Einschalten findet man sich nur in der Bücherliste auf dem zuletzt gelesenen Buch – um also endlich da weiterlesen zu können, wo man aufgehört hatte, sind weitere Aktionen und Wartezeiten nötig.

Ärgerlich: Auf der Packung steht, dass das Gerät die Formate epub, pdf, prc (PalmOS), HTML, und txt darstellen könne. Allerdings kann das Gerät frisch aus der Packung nur epub und pdf. Die Formate prc (PalmOS), HTML, und txt sind mit dem extrem kleingedruckten Hinweis versehen, dass man dafür eine Aktualisierung der Firmware benötige. Dieses bekommt man auf der Webseite des Herstellers – aber nur gegen Registrierung. Dann die zweite Überraschung: Installieren kann man die Firmware nur über eine (natürlich separat zu erwerbende) Micro-SD Karte. Dann die dritte Überraschung: Man muss sich entscheiden, ob man entweder epub, pdf, fb2, HTML und txt oder pdf, prc, HTML und Text lesen will und dann die entsprechende Firmware-Variante (1.5 oder 2.0) aufspielen: epub und prc geht grundsätzlich nicht gleichzeitig. Ich habe es ganz gelassen: Ohne Firmware-Update kann das Cybook Opus epub und mir reicht das.

Als Fazit gilt aber: Das Cybook Opus ist ein gut gemachtes Gerät, welches sich auf das Wesentliche konzentriert und das gut umsetzt.

Zum Stoff: Genügend gemeinfreie Lektüre findet man bei wikisource und dem Projekt Gutenberg. In letzterem sogar im epub Format. Auch an anderen Quellen findet man gemeinfreie Texte, aber da muss man oft aufpassen, denn manchmal sind sie trotz Gemeinfreiheit mit DRM versehen. Und auch noch etwas anderes ist zu beachten: In den USA werden Werke 70 Jahre nach Publikation gemeinfrei, in Deutschland erst 70 Jahre nach dem Tod des Autors!

Leider führt an weniger oder mehr Formatierungsarbeit vor dem Lesen kein Weg vorbei: Die Texte von wikisource muss man überhaupt erst einmal ins epub Format bringen, die E-Books vom Projekt  Gutenberg sind eigentlich nie wirklich sauber formatiert. Dabei ist der E-Book-Editor Sigil eine grosse Hilfe. Das Programm ist  zwar erst in der Version 0.1.8, aber durchaus schon brauchbar. Schwierig dabei ist nur, beim Formatieren den Text (und besonders den letzten Satz) nicht zu lesen. Für die Umwandlung von pdf und anderen Formaten nach epub ist Calibre eine grosse Hilfe (eigentlich ist Calibre ein E-Book-Manager und kann auch schon in der Version 0.6.33 sehr viel mehr).

Ich finde es richtig klasse, auf dem Sofa liegend alte und alte obskure Autoren auf modernster Technik zu lesen. Mein latent schlechtes Gewissen gegenüber Antiquaren beruhigte sich bei den Preisen, die sich eher an Sammler als an Leser richten – und wenn ein kleiner Verlag wie Matthes & Seitz die Arsène Lupin Romane von Maurice Leblanc neu auflegt, gebunden und mit schönen Illustrationen, stehen sie ganz schnell in meinem Regal…

Prenzl’berger Kommunikation II

Erst fiel mir der Zettel am Fahrrad auf, dann die Tatsache, dass das Rad mit 2 Schlössern angekettet war:

Fahrradklau_Bild

Also ging ich näher ran:

Fahrradklau_Text

Ach, wie gerne wüßte ich, wie die Geschichte weiter geht…

Prenzl’berger Kommunikation

Irgendwann am Wochenende hatte jemand (vermutlich namens “Oliver”) jeden einzelnen Laternen- und Ampelmast auf der Stargarder Straße zwischen Pappelallee und Greifenhagner Straße mehrfach mit diesem Ruf an Laura beklebt:

oliver_an_laura

Was ist am Wochenende passiert? Wo? Was hat das “++Schoeneberg++” zu bedeuten? Warum nur auf den 200 Metern zwischen Greifenhagener und Pappel? Warum hat Laura offenbar Olivers Telefonnummer, aber er ihre nicht? Und warum ist das “SEE” in Großbuchstaben? Hatten sie vorher nur telefoniert (mit underdrückter Nummer, natürlich)? Sie nur geschrieben (Papierbrief ohne Absender)? Darkroom möglicherweise? Was immer es war, für Oliver muss es ziemlich beeindruckend gewesen sein…

Geh’ weg und komm nie wieder!

Das Zwei-Browser-Prinzip: Für alle Recherchen ein verammelter Erstbrowser (keine Plugins, kein Javascript, keine Popups, keine automatische Weiterleitung) und für bekannte, als vertrauenswürdig erachtete Seiten der Zweitbrowser (Javascript, aber keine Popups). Wird leider oft zum Drei-Browser-Prinzip, weil es immer noch Webauftritte gibt, die nur mit dem Internet Explorer funktionieren.

Also mit dem Erstbrowser auf die Seite XYZ: Man sieht den Firmennamen und den Hinweis, man möge doch bitte Javascript einschalten. Mehr nicht. Na gut, weil es in diesem Falle wichtig ist, mit dem Zweitbrowser: Man sieht den Firmennamen. Mehr nicht. Der Zweitbrowser weist darauf hin, dass er ein Popup unterdrückt hat. Na gut, weil es in diesem Falle vielleicht wichtig sein könnte, der Domain die Erlaubnis erteilt, ein Popup zu öffnen. Neu laden. Es öffnet sich ein Popup über den gesamten(!) Bildschirm. Ausser dem Text “Bitte warten… ” ist es völlig leer. Der Zweitbrowser weist darauf hin, dass zusätzliche Plugins notwendig seien…. Nach ein Weile erscheint im Popup der Hinweis “Leider fehlt Ihrem Browser die benötigte Option (Flash) um unsere Seiten betrachten zu können.”

Es war nicht wichtig.